Was Banken und Sparkassen ankaufen
- Meist ja: Anlagebarren bekannter Hersteller und verbreitete Anlagemünzen wie Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker.
- Meist nein: Goldschmuck, Bruchgold, Zahngold und seltene Sammlermünzen.
- Unterschiedlich: Ob ein Konto nötig ist, ob die Filiale selbst ankauft oder die Ware einschickt, und welche Gebühren anfallen.
Banken handeln Gold als Anlageprodukt. Sie kaufen deshalb vor allem das an, was sie auch selbst verkaufen und ohne Aufwand weitergeben können. Für Schmuck oder Altgold sind Goldankäufer und Scheideanstalten zuständig; mehr dazu im Ratgeber Altgold verkaufen.
Aktuelle Angebote als Maßstab
Bevor Sie das Angebot Ihrer Bank annehmen, sollten Sie wissen, was andere Ankäufer gerade zahlen. Hier ein Beispiel für einen Barren, wie er häufig im Bankschließfach liegt, nach Abzug von Versand und Gebühren:
Barren nach Größe
Materialwert und höchste Auszahlung laut veröffentlichten Preisen für die üblichen Barrengrößen:
Münzen: Preise der Händler je Gramm
Für Münzen mit 916,7 wie den Krügerrand und für Feingoldmünzen wie Maple Leaf oder Philharmoniker zahlen die Händler laut ihren Preisseiten derzeit:
So bildet die Bank ihren Ankaufspreis
Banken arbeiten wie Händler mit zwei Preisen: einem Verkaufspreis, zu dem Sie Gold kaufen, und einem niedrigeren Ankaufspreis, zu dem die Bank es zurücknimmt. Der Abstand zwischen beiden heißt Spanne oder Spread. Er deckt Handel, Lagerung und Risiko ab und ist bei kleinen Barren und Münzen meist größer als bei großen.
Darüber hinaus können je nach Institut weitere Punkte die Auszahlung schmälern:
- Gebühren für Prüfung, Bearbeitung oder Einsendung an einen Partner
- Ein Preis, der erst nach Prüfung oder an einem späteren Tag festgelegt wird
- Abschläge für beschädigte Verpackung oder Münzen mit Gebrauchsspuren
Nichts davon ist unüblich. Wichtig ist nur, dass Sie den Betrag kennen, der am Ende auf Ihrem Konto ankommt, und ihn mit anderen Angeboten vergleichen.
Gold verkaufen bei der Bank: Vor- und Nachteile
Für die Bank spricht vor allem Vertrautheit. Sie kennen die Filiale, die Auszahlung landet auf Ihrem eigenen Konto, und Sie müssen nichts verschicken. Gerade wer selten mit Gold zu tun hat, schätzt das. Dagegen spricht, dass Banken nicht auf den Ankauf spezialisiert sind. Manche Filialen kaufen gar nicht selbst an, sondern leiten die Ware weiter, was Zeit und mitunter Gebühren kostet. Ob der Ankaufspreis mithalten kann, zeigt nur der direkte Vergleich.
Bank, Händler vor Ort oder per Post?
| Weg | Was angekauft wird | Stärken | Zu klären |
|---|---|---|---|
| Bank, Sparkasse | Meist nur Anlagebarren und -münzen | Vertraut, Auszahlung aufs eigene Konto | Konto nötig? Gebühren? Preis wann festgelegt? |
| Händler vor Ort | Barren, Münzen, oft auch Schmuck | Sofortige Prüfung, persönliches Gespräch | Preis vorher erfragen, Angebot schriftlich |
| Ankäufer per Post | Barren, Münzen, Schmuck, Zahngold | Preise online vergleichbar, Abstand zum Materialwert vorab sichtbar | Versicherung, Versandkosten, Auszahlungsdauer |
Ankäufer in Ihrer Nähe finden Sie unter Suche nach Postleitzahl, Postankäufer im Vergleich. Wie der Versand sicher abläuft, lesen Sie unter Goldankauf per Post.
Gold bei der Sparkasse verkaufen: So gehen Sie vor
- Rufen Sie vorher an und fragen Sie, ob Ihre Filiale Barren oder Münzen ankauft.
- Lassen Sie sich den heutigen Ankaufspreis je Barren oder je Münze nennen, inklusive Gebühren.
- Vergleichen Sie den Betrag mit den Tabellen oben.
- Nehmen Sie Ausweis, Zertifikate und Originalverpackung mit.
- Lassen Sie sich die Abrechnung schriftlich geben.
Krügerrand bei der Sparkasse verkaufen
Der Krügerrand ist eine der Münzen, die Banken und Sparkassen am ehesten ankaufen. Seinen aktuellen Wert und die Händlerpreise für alle Größen finden Sie im Ratgeber Krügerrand verkaufen.
Gold aus dem Schließfach
Liegt das Gold im Bankschließfach, ist der Verkauf bei derselben Bank naheliegend, aber nicht zwingend. Sie können es entnehmen und anderswo anbieten. Bei größeren Werten planen Sie den Transport mit Bedacht und verschicken nur versichert.
Fragen, die Sie der Bank stellen sollten
- Wie hoch ist der Ankaufspreis heute, je Barren oder je Münze?
- Fallen Gebühren an, etwa für Prüfung oder Einsendung?
- Wird der Preis sofort oder erst nach Prüfung festgelegt?
- Wann und wie wird ausgezahlt?
- Brauche ich ein Konto bei Ihnen?
Ausweis und Steuern
Banken identifizieren ihre Kundschaft grundsätzlich, ein anonymer Verkauf ist dort nicht möglich. Auch bei Händlern gilt nach dem Geldwäschegesetz: Bei Bargeschäften mit Edelmetall ab 2.000 Euro ist der Ausweis Pflicht.
Steuerlich macht es keinen Unterschied, wo Sie verkaufen. Liegt der Kauf mehr als ein Jahr zurück, ist der Verkauf für Privatpersonen steuerfrei. Mehr dazu unter Gold verkaufen und Steuern, zu Barren unter Goldbarren verkaufen.

