Was ist Ihr Goldbarren heute wert?
Fast alle Anlagebarren haben einen Feingehalt von 999,9, bestehen also zu 99,99 Prozent aus reinem Gold. Ihr Materialwert ist damit nahezu Gewicht mal Goldkurs. Die Tabelle rechnet das für die gängigen Größen von 1 g bis 1 kg aus. Daneben stehen das höchste Angebot per Post nach Versand und Gebühren und wie weit die Angebote der Händler auseinanderliegen.
Der Materialwert ist die Obergrenze, an der Sie ein Angebot messen. Kein Ankäufer zahlt dauerhaft mehr, denn er muss den Barren selbst wieder verkaufen oder einschmelzen lassen. Wie nah ein Angebot an diesen Wert herankommt, ist der eigentliche Unterschied zwischen den Händlern.
Aktuelle Angebote: 100-g-Goldbarren verkaufen
Der 100-g-Barren ist in Deutschland eine der verbreitetsten Größen. Die folgenden Angebote sind nach dem Betrag sortiert, der nach Versand und Gebühren bei Ihnen ankommt.
Nennt ein Händler keinen eigenen Barrenpreis, rechnet unser Vergleich mit seinem Preis für Feingold und markiert den Betrag als „mindestens“. Für Barren zahlen viele Händler mehr als für eingeschmolzenes Feingold, weil sie einen intakten Barren direkt weiterverkaufen können.
Goldbarren verkaufen: Wo am besten?
Für Goldbarren gibt es vier übliche Wege. Welcher für Sie passt, hängt von Menge, Zeit und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab. Der Preis allein entscheidet nicht immer, sollte aber immer bekannt sein, bevor Sie zusagen.
| Weg | Vorteile | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Ankäufer per Post | Preise vorab online einsehbar, bequem von zu Hause | Versicherungssumme, Versandkosten, Auszahlungsdauer, Rücksendung bei Ablehnung |
| Händler vor Ort | Sofortige Prüfung und Auszahlung, persönliches Gespräch | Preis vorher erfragen, Angebot schriftlich geben lassen, nicht unter Zeitdruck setzen lassen |
| Bank oder Sparkasse | Vertrautes Umfeld, Auszahlung aufs Konto | Ankaufskurs und Gebühren erfragen, nicht jede Filiale kauft an |
| Privatverkauf | Theoretisch Preis über Händlerankauf möglich | Fälschungs- und Betrugsrisiko auf beiden Seiten, Übergabe größerer Werte |
Mehr zu den einzelnen Wegen lesen Sie in den Ratgebern Goldankauf per Post, vor Ort oder per Post und Gold bei der Bank verkaufen. Ankäufer in Ihrer Nähe finden Sie unter Suche nach Postleitzahl.
Barrenpreise der Händler im direkten Vergleich
Diese Tabelle zeigt, was die einzelnen Ankäufer laut ihren Preisseiten je Gramm für Feingoldbarren zahlen. Der höchste veröffentlichte Preis ist grün markiert.
Hersteller: Degussa, Heraeus, Umicore und andere
Auf jedem Anlagebarren stehen Hersteller, Gewicht und Feingehalt, bei größeren Barren meist auch eine Seriennummer. Barren verbreiteter Marken wie Heraeus, Umicore, Degussa, Valcambi, Argor-Heraeus oder C. Hafner kennen Händler auf einen Blick. Wenn Sie einen Degussa-, Heraeus- oder Umicore-Goldbarren verkaufen möchten, ist der Hersteller deshalb selten ein Problem.
Der Hersteller bestimmt nicht den Goldgehalt, wohl aber, wie schnell ein Händler dem Barren vertraut. Bei weniger bekannten Prägungen, bei Barren aus dem Ausland oder bei Geschenkbarren mit Motiv prüfen Ankäufer genauer. Das kostet Zeit und gelegentlich einen Abschlag. Ein Grund zur Sorge ist das nicht: Echtes Feingold bleibt Feingold.
Gussbarren und Prägebarren
Gussbarren werden in Formen gegossen und haben eine leicht unregelmäßige Oberfläche. Größere Gewichte ab etwa 100 g sind häufig gegossen. Prägebarren werden aus Goldblech gestanzt und geprägt, sie sind glatt und oft in einer Blisterkarte mit Zertifikat eingeschweißt. Für den Ankauf sind beide Formen gleichwertig, solange Hersteller und Zustand stimmen. Daneben gibt es Tafelbarren, die sich in kleine 1-g-Stücke brechen lassen.
Kleine oder große Barren: Was macht den Unterschied?
Beim Kauf zahlen Sie für kleine Barren je Gramm deutlich mehr als für große, weil Prägung, Verpackung und Zertifikat fast gleich viel kosten. Beim Verkauf wirkt das nach: Viele Händler staffeln ihre Ankaufspreise nach Barrengröße, und der Abstand zum Materialwert ist bei kleinen Barren meist größer. Ein Vergleich für einen 10-g-Barren:
Bei kleinen Werten fallen feste Versandkosten stärker ins Gewicht. Haben Sie mehrere kleine Barren, lohnt es sich, sie gemeinsam in einer Sendung zu verkaufen. Bei sehr großen Barren ab 250 g oder 1 kg achten Sie vor allem darauf, dass die Versicherungssumme des Versands den Warenwert abdeckt.
Was den Ankaufspreis senkt
- Unbekannter Hersteller: Barren ohne bekannte Prägung müssen geprüft werden.
- Beschädigte oder geöffnete Verpackung: Bei Barren in der Blisterkarte mit Zertifikat ist die unversehrte Verpackung Teil des Echtheitsnachweises.
- Kratzer, Dellen, Gravuren: Sie können zu Abschlägen führen, auch wenn das Gold unverändert ist.
- Kleine Stückelung: Je kleiner der Barren, desto größer meist der Abstand zum Materialwert.
- Feste Gebühren: Prüf-, Bearbeitungs- oder Versandkosten schmälern die Auszahlung, vor allem bei kleinen Mengen.
So läuft der Verkauf per Post ab
- Preise vergleichen und einen Ankäufer auswählen. Achten Sie auf die Auszahlung nach allen Abzügen.
- Auftrag beim Ankäufer anlegen. Viele nennen dabei bereits den Ankaufspreis für Ihren Barren.
- Barren in Originalverpackung, mit Zertifikat, sicher verpacken und versichert verschicken.
- Der Händler prüft den Barren nach Eingang und bestätigt den endgültigen Betrag.
- Die Auszahlung erfolgt per Überweisung, meist innerhalb weniger Werktage.
Klären Sie vorab, zu welchem Zeitpunkt der Preis festgelegt wird: bei Auftrag oder erst bei Wareneingang. Steigt oder fällt der Goldkurs in den Tagen dazwischen, macht das bei größeren Barren einen spürbaren Unterschied.
Ausweis, Geldwäschegesetz und anonymer Verkauf
Wer Goldbarren anonym verkaufen möchte, stößt schnell an Grenzen. Nach dem Geldwäschegesetz müssen Händler ihre Kundinnen und Kunden bei Bargeschäften mit Edelmetall ab 2.000 Euro identifizieren. Viele Ankäufer verlangen den Ausweis auch unterhalb dieser Grenze, beim Verkauf per Post mit Überweisung ohnehin. Das dient Ihrer Sicherheit ebenso wie der des Händlers.
Vor dem Verkauf
- Zertifikat, Rechnung und Originalverpackung heraussuchen.
- Hersteller, Gewicht und Seriennummer notieren und den Barren fotografieren.
- Kaufdatum prüfen: Liegt der Kauf mehr als ein Jahr zurück, ist der Verkauf privat steuerfrei.
- Angebote mehrerer Ankäufer vergleichen, nicht nur den Preis je Gramm.
- Versicherungssumme beim Versand mit dem Warenwert abgleichen.
Steuern beim Verkauf von Goldbarren
Für Privatpersonen in Deutschland ist der Verkauf steuerfrei, wenn Sie den Barren länger als ein Jahr besitzen. Innerhalb dieser Frist kann ein Gewinn steuerpflichtig sein. Bei geerbten Barren zählt die Besitzzeit der verstorbenen Person mit. Alles Weitere lesen Sie unter Gold verkaufen und Steuern.
Haben Sie neben Barren auch Münzen? Deren Materialwert finden Sie im Ratgeber Goldmünzen verkaufen. Die aktuellen Angebote für Ihren Barren sehen Sie im Vergleich.

