Altgoldpreis aktuell: Was Händler je Gramm zahlen
Bevor Sie Ihren Schmuckkasten ausräumen, lohnt ein Blick auf die Preise. Die Tabelle zeigt die veröffentlichten Ankaufspreise je Gramm für die häufigsten Schmuckstempel. Grün markiert ist jeweils der höchste veröffentlichte Preis der Spalte.
Schon hier sehen Sie: Die Unterschiede zwischen den Händlern sind deutlich, und wer bei 585er Gold vorn liegt, zahlt für 333er oder 750er Gold nicht unbedingt am meisten. Was nach Versand und Gebühren übrig bleibt, zeigt Schritt 3.
1. Sortieren Sie nach Stempel
Legen Sie Ihr Gold nach Feingehalt auf Häufchen: 333, 585, 750 und so weiter. Wo Sie keinen Stempel finden, legen Sie ein eigenes Häufchen an. Stücke mit Zeichen wie GP, Doublé oder 925 sind vergoldet oder aus Silber und gehören nicht zum Altgold. Was die Zahlen bedeuten, steht im Ratgeber Goldstempel erkennen.
2. Wiegen und den Materialwert ausrechnen
Eine digitale Küchen- oder Briefwaage reicht für eine gute Schätzung. Mit Gewicht und Stempel kennen Sie den Materialwert: Gewicht × Feingehalt ÷ 1000 × Goldkurs je Gramm. Die Tabelle zeigt beides, den Materialwert und den höchsten veröffentlichten Ankaufspreis. Zum schnellen Ausrechnen gibt es den Goldrechner.
3. Angebote vergleichen, und zwar netto
Ein hoher Preis je Gramm hilft wenig, wenn hinterher Versand, Prüfgebühr oder Schmelzkosten abgehen. Vergleichen Sie deshalb den Betrag, der am Ende ausgezahlt wird. Ein Beispiel mit aktuellen Daten:
4. Per Post oder vor Ort verkaufen
Postankäufer veröffentlichen ihre Preise meist online, so sehen Sie vorab, wie nah sie am Materialwert liegen. Vor Ort behalten Sie Ihr Gold im Blick und bekommen das Geld häufig sofort. Beide Wege haben ihre Berechtigung; die Abwägung finden Sie im Ratgeber Vor Ort oder per Post. Ankäufer in Ihrer Nähe finden Sie über die Suche nach Postleitzahl oder in der Übersicht Goldankauf nach Stadt.
5. Vor dem Verkauf prüfen
- Der Ankäufer nennt Preise je Gramm und Feingehalt öffentlich oder schriftlich.
- Sie wissen vorher, welche Gebühren abgezogen werden.
- Bei Ablehnung des Angebots bekommen Sie Ihr Gold zurück, idealerweise kostenlos.
- Der Versand ist bis zum vollen Wert versichert.
- Sie haben Ihr Gold vorher fotografiert und gewogen.
Welcher Verkaufsweg passt?
Es gibt mehrere Wege, Altgold zu verkaufen (siehe auch Wo Gold verkaufen?). Welcher für Sie passt, hängt davon ab, wie wichtig Ihnen Preistransparenz, persönlicher Kontakt und Geschwindigkeit sind. Die Übersicht zeigt typische Unterschiede; im Einzelfall gilt, was der jeweilige Anbieter angibt.
| Weg | Preise vorab sichtbar | Geld | Gut geeignet für |
|---|---|---|---|
| Postankäufer | meist online je Gramm | nach Eingang und Prüfung | Schmuck, Bruchgold, Zahngold, größere Mengen |
| Goldankauf vor Ort | unterschiedlich, oft erst im Laden | häufig sofort | wer das Gold nicht verschicken möchte |
| Juwelier | selten veröffentlicht | meist sofort | Schmuck mit Steinen oder Markenschmuck, den Sie bewerten lassen möchten |
| Bank oder Sparkasse | je Institut | je Institut | Barren und bekannte Münzen, Schmuck in der Regel nicht |
Mehr zur Bank lesen Sie unter Gold bei Bank oder Sparkasse verkaufen, alles zum Versand im Ratgeber Goldankauf per Post.
Goldschmuck verkaufen: Worauf es je nach Stück ankommt
Goldkette verkaufen
Ketten sind der häufigste Posten im Altgold. Der Stempel sitzt meist am Verschluss oder an einem Plättchen daneben. Achten Sie auf zwei Dinge: Hohlketten wirken schwer, wiegen aber oft wenig, und Verschlüsse enthalten manchmal eine Stahlfeder. Wiegen Sie deshalb immer selbst, statt nach Gefühl zu schätzen. Gerissene oder verknotete Ketten haben denselben Materialwert wie intakte.
Ringe und Eheringe
Eheringe sind häufig aus 585er oder 750er Gold und meist massiv gearbeitet. Gravuren mindern den Materialwert nicht. Bei Ringen mit Steinen wird nur das Gold bezahlt, das Gewicht der Steine wird abgezogen.
Weißgold verkaufen
Weißgold ist Gold, das mit Palladium, Silber oder Nickel legiert und oft rhodiniert wurde. Maßgeblich für den Preis ist der Stempel, nicht die Farbe: 585er Weißgold enthält ebenso 58,5 Prozent Gold wie 585er Gelbgold. Verwechseln Sie Weißgold nicht mit Silber (925) oder Platin (950, „Pt“). Platin wird anders bewertet und gehört auf einen eigenen Stapel.
Schmuck mit Steinen, Marken- und Designerschmuck
Altgoldankäufer bezahlen in der Regel nur das Gold. Bei Stücken mit größeren Edelsteinen, bei bekannten Marken oder bei antikem Schmuck kann der Wert als Schmuckstück über dem Materialwert liegen. Lassen Sie solche Stücke vor dem Verkauf als Altgold von einem Juwelier oder Auktionshaus einschätzen. Danach können Sie immer noch entscheiden.
Uhren, Münzen und Zahngold
Bei Golduhren ist oft nur das Gehäuse oder das Armband aus Gold, das Uhrwerk zählt nicht mit. Münzen und Barren werden meist nach eigenen Preisen bewertet, siehe Goldmünzen verkaufen. Für Zahngold gibt es einen eigenen Ratgeber: Zahngold verkaufen.
Typische Fallen beim Altgoldverkauf
- Haustür- und Hotelankäufe: Wechselnde Orte, Zeitdruck, keine veröffentlichten Preise.
- Alles zum niedrigsten Stempel: Gemischte Ware wird pauschal niedrig bewertet.
- Versteckte Abzüge: Schmelz-, Analyse- oder Bearbeitungsgebühren, die erst in der Abrechnung auftauchen.
- Unklare Rücksendung: Wer ein Angebot ablehnt, soll das Gold ohne hohe Kosten zurückbekommen.
- Mindestmengen und Pauschalen: Feste Gebühren je Sendung fallen bei kleinen Mengen stark ins Gewicht. Rechnen Sie bei wenigen Gramm besonders genau nach.
Mehr dazu im Ratgeber Unseriöse Goldankäufer erkennen.
Geerbtes Gold und Steuern
Wenn Sie Schmuck aus einem Nachlass verkaufen, sortieren Sie zuerst aus, was Erinnerungswert hat oder als Schmuckstück mehr wert sein könnte. Hinweise dazu stehen im Ratgeber Geerbtes Gold verkaufen. Ob beim Verkauf Steuern anfallen, hängt unter anderem von der Haltedauer ab. Die wichtigsten Punkte finden Sie unter Gold verkaufen und Steuern.

