Kurz gesagt: Es kommt darauf an, was Sie verkaufen
Den einen Ort, der für jedes Gold am meisten zahlt, gibt es nicht. Die Frage, wo Sie Gold am besten verkaufen, hängt vor allem davon ab, um welches Gold es geht:
- Goldschmuck, Altgold, Bruchgold, Zahngold: Ankäufer per Post und Goldankäufer vor Ort. Banken kaufen diese Dinge meist nicht an.
- Barren und Anlagemünzen: Goldhändler per Post oder vor Ort, außerdem Banken und Sparkassen.
- Markenschmuck, antike Stücke, Schmuck mit wertvollen Steinen: Zuerst beim Juwelier oder Auktionshaus einschätzen lassen, dann entscheiden.
Ganz gleich, welchen Weg Sie wählen: Maßgeblich ist der Betrag, der nach Abschlag, Versand und Gebühren bei Ihnen ankommt. Ein hoher Grammpreis nützt wenig, wenn feste Kosten ihn wieder auffressen.
Die Verkaufswege im Überblick
| Weg | Geeignet für | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Ankäufer per Post | Schmuck, Altgold, Zahngold, Barren, Münzen | Grammpreise oft online veröffentlicht und vergleichbar, kein Weg zum Laden | Versand nötig, Auszahlung erst nach Prüfung, Abrechnung nicht live mitverfolgbar |
| Goldankauf vor Ort | Schmuck, Altgold, Barren, Münzen | Prüfung vor Ihren Augen, Angebot sofort, Ablehnen ohne Aufwand | Preise oft nicht vorab veröffentlicht, Vergleich kostet Wege |
| Juwelier | Schmuck, teils Uhren und Altgold | Kann Steine, Marken und alte Stücke einschätzen, oft Verrechnung mit Neukauf | Ankauf nicht das Kerngeschäft, Barauszahlung kann anders bewertet sein als Verrechnung |
| Bank, Sparkasse | Meist nur Anlagebarren und -münzen | Vertraut, Auszahlung aufs eigene Konto | Schmuck meist nicht, teils nur für Kunden, Gebühren und Preis vorher erfragen |
| Pfandhaus | Schmuck, Uhren, Barren, Münzen | Geld sofort, Gold bleibt Ihres, wenn Sie es auslösen | Kredit mit Zinsen und Gebühren, kein Verkauf im eigentlichen Sinn |
| Privat, Kleinanzeigen | Markenschmuck, Sammlermünzen, besondere Stücke | Käufer zahlt unter Umständen für Design oder Sammlerwert | Aufwand, Betrugsrisiko, Treffen mit Fremden, Käufer will Echtheit geprüft haben |
Gold per Post verkaufen
Postankäufer sind meist auf Altgold und Edelmetalle spezialisiert und arbeiten oft direkt mit Scheideanstalten zusammen. Viele veröffentlichen ihre Grammpreise für jeden Feingehalt auf ihrer Website. Dadurch lassen sie sich besser vergleichen als jeder andere Weg. Sie schicken Ihr Gold versichert ein, der Ankäufer prüft und wiegt es und zahlt aus oder macht Ihnen ein Angebot.
Der Nachteil: Sie geben Ihr Gold aus der Hand, bevor Sie den endgültigen Betrag kennen. Achten Sie auf eine ausreichende Versicherung, auf die Kosten für Versand und Rücksendung und darauf, ob Sie ein Angebot vor der Auszahlung erhalten. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Goldankauf per Post.
Goldankauf vor Ort
Beim Goldankäufer in Ihrer Stadt sehen Sie, wie Ihr Gold geprüft und gewogen wird. Sie erhalten ein Angebot, können es annehmen oder ohne Kosten wieder gehen. Das schafft Vertrauen, gerade bei größeren Mengen oder bei Schmuck mit Steinen. Die Kehrseite: Viele Läden veröffentlichen ihre Preise nicht vorab. Wer vergleichen will, muss mehrere Geschäfte aufsuchen oder anrufen.
Nehmen Sie die veröffentlichten Preise der Postankäufer als Maßstab mit in den Laden. Dann wissen Sie sofort, ob ein Angebot vor Ort mithalten kann. Mehr dazu unter Vor Ort oder per Post, Ankäufer nach Stadt finden Sie unter Goldankauf.
Beim Juwelier verkaufen
Viele Juweliere nehmen Altgold an, oft auch zur Verrechnung mit neuem Schmuck. Ihr Vorteil ist die Fachkenntnis: Ein Juwelier erkennt, ob ein Stück wegen seiner Marke, seiner Steine oder seines Alters mehr wert ist als das Gold darin. Für gewöhnlichen Altgoldschmuck zahlt er dagegen ebenfalls nach Grammpreis. Fragen Sie, ob der Preis bei Barauszahlung derselbe ist wie bei Verrechnung, und lassen Sie sich Gewicht und Feingehalt je Stück nennen.
Bei der Bank oder Sparkasse verkaufen
Banken und Sparkassen handeln Gold als Anlageprodukt. Sie kaufen deshalb vor allem Anlagebarren und bekannte Münzen wie den Krügerrand zurück, Goldschmuck meist nicht. Manche Institute kaufen nur von eigenen Kunden an, manche Filialen schicken die Ware an einen Partner weiter. Lassen Sie sich den Ankaufspreis inklusive Gebühren vorher nennen. Mehr dazu unter Gold bei der Bank verkaufen.
Pfandhaus: Beleihen statt verkaufen
Im Pfandhaus erhalten Sie einen Kredit, Ihr Gold dient als Pfand. Zahlen Sie den Betrag mit Zinsen und Gebühren fristgerecht zurück, bekommen Sie es wieder. Lösen Sie es nicht aus, wird es verwertet, in der Regel über eine Versteigerung. Das passt, wenn Sie kurzfristig Geld brauchen, sich aber von einem Stück nicht trennen möchten. Wenn Sie ohnehin verkaufen wollen, ist ein direkter Verkauf meist der einfachere Weg. Manche Pfandhäuser kaufen auch an, dann gilt wie überall: Preis je Gramm erfragen und vergleichen.
Privat über Kleinanzeigen verkaufen
Der Privatverkauf klingt verlockend, weil kein Händler dazwischen verdient. In der Praxis zahlen private Käufer für gewöhnlichen Schmuck selten mehr als den Goldwert, denn auch sie rechnen nach Gewicht. Zugleich haben sie keine Prüfgeräte und wollen die Echtheit belegt haben. Dazu kommen Aufwand, Verhandlungen und Risiken, etwa gefälschte Zahlungsbestätigungen oder Treffen mit Fremden.
Sinnvoll sein kann der Privatverkauf für Markenschmuck, Designerstücke oder Sammlermünzen, für die Liebhaber mehr zahlen als den Materialwert. Treffen Sie sich dann an einem sicheren Ort, etwa in einer Bankfiliale, und geben Sie das Stück erst heraus, wenn das Geld tatsächlich auf Ihrem Konto ist oder Sie es bar in der Hand halten.
Was Ankäufer heute zahlen
Die Tabelle zeigt die veröffentlichten Ankaufspreise je Gramm für die häufigsten Schmuckstempel. Sie ist der Maßstab, an dem Sie auch Angebote im Laden, beim Juwelier oder von privaten Interessenten messen können.
Wie unterschiedlich die Auszahlung für dasselbe Gold ausfällt, zeigt das folgende Beispiel. Es rechnet Versand und Gebühren bereits ein.
Post, vor Ort und Bank auf einen Blick, dazu die Preise per Post live: Gold verkaufen.
So finden Sie das höchste Angebot für Ihr Gold
- Sortieren Sie Ihr Gold nach Stempel und wiegen Sie jede Gruppe.
- Rechnen Sie den Materialwert aus, er ist Ihre Orientierung nach oben.
- Vergleichen Sie die Nettoauszahlung, nicht nur den Grammpreis.
- Holen Sie vor Ort ein schriftliches Angebot ein, bevor Sie verkaufen.
- Lassen Sie besondere Stücke vorher gesondert einschätzen.
Den Materialwert als Maßstab kennen
Kein Ankäufer zahlt den vollen Materialwert, aber er zeigt Ihnen, wie viel Gold in Ihren Stücken steckt. Wählen Sie den Stempel und geben Sie das Gewicht ohne Steine ein. Welcher Stempel welchen Goldanteil bedeutet, lesen Sie unter Goldstempel erkennen.
Mehr zu einzelnen Feingehalten finden Sie unter Preis für 585er Gold und Preis für 750er Gold, den ganzen Ablauf für Schmuck unter Altgold verkaufen. Welcher Ankäufer für Ihr Gold nach allen Abzügen am meisten auszahlt, zeigt der Vergleich.


