So funktioniert der Goldrechner
Der Wert von Gold hängt an zwei Zahlen: dem Gewicht und dem Feingehalt. Der Feingehalt steht als Stempel auf dem Stück und gibt an, wie viele von 1000 Teilen reines Gold sind. Der Rechner geht in drei Schritten vor:
- Feingold bestimmenGewicht × Stempel ÷ 1000So viel reines Gold steckt im Stück.
- Mit dem Goldkurs bewertenFeingold × Goldkurs je GrammDas ergibt den Materialwert von heute.
- Angebote vergleichenGewicht × Ankaufspreis − VersandAnkäufer zahlen je Gramm etwas weniger als den Goldkurs. Das kommt bei Ihnen an.
Ein Beispiel: Eine Kette mit 12 Gramm und dem Stempel 585 enthält 12 × 585 ÷ 1000 = 7,02 Gramm Feingold. Dieses Feingold wird mit dem Kurs von heute bewertet.
Beispiel: Ein gemischter Schmuckkasten
Selten verkauft man nur ein einzelnes Stück. Haben Sie Schmuck mit verschiedenen Stempeln, rechnen Sie jede Gruppe für sich und zählen am Ende das Feingold zusammen:
| Gruppe | Gewicht | Stempel | Feingold |
|---|---|---|---|
| Zwei Ringe, ein Anhänger | 9 g | 333 | 3,00 g |
| Kette und Armband | 24 g | 585 | 14,04 g |
| Ehering | 6 g | 750 | 4,50 g |
| Zusammen | 39 g | 21,54 g |
Obwohl der Schmuck zusammen 39 Gramm wiegt, enthält er nur gut 21,5 Gramm reines Gold. Nur diese Menge wird mit dem Goldkurs bewertet. Würde ein Ankäufer alles zum niedrigsten Stempel 333 abrechnen, wären es lediglich 13 Gramm Feingold. Genau deshalb lohnt es sich, nach Stempel getrennt zu verkaufen und die Abrechnung zu prüfen.
Vom Materialwert zur Auszahlung: Ein Beispiel mit aktuellen Preisen
Kein Ankäufer zahlt den vollen Materialwert. Er zieht seine Kosten für Prüfung, Schmelze und Scheidung sowie seine Marge ab, manche zusätzlich Versand oder Gebühren. Wie groß der Unterschied ist, sehen Sie am besten an einem konkreten Beispiel mit aktuellen Daten:
Die Prozentzahl neben jeder Auszahlung zeigt, welchen Anteil am Materialwert der Händler bezahlt. Diesen Wert können Sie direkt mit dem Ergebnis aus dem Goldrechner oben vergleichen. Für Ihre eigene Ware rechnet der Vergleich jeden Händler einzeln durch.
Ankaufspreise je Gramm nach Stempel
Die folgende Tabelle zeigt für jeden Feingehalt den Materialwert und den höchsten veröffentlichten Ankaufspreis je Gramm. Versandkosten und Gebühren sind hier noch nicht abgezogen.
Richtig wiegen: So wird das Ergebnis genau
Der Goldrechner ist nur so genau wie das Gewicht, das Sie eingeben. Diese Punkte helfen:
- Waage auf null stellen: Legen Sie ein Schälchen auf, tarieren Sie und wiegen Sie erst dann.
- Nach Stempel getrennt wiegen: Wiegen Sie 333er, 585er und 750er Gold jeweils für sich und rechnen Sie jede Gruppe einzeln.
- Fremdmaterial abziehen: Steine, Perlen, Uhrwerke, Gläser und Stahlfedern in Verschlüssen sind kein Gold. Schätzen Sie deren Gewicht lieber großzügig ab.
- Uhren aufteilen: Bei Golduhren ist oft nur das Gehäuse oder nur das Armband aus Gold. Achten Sie auf den Stempel am jeweiligen Teil.
- Hohlschmuck nicht überschätzen: Hohle Ketten und Creolen wirken massiv, wiegen aber wenig. Es zählt das gewogene Gewicht, nicht der Eindruck.
Typische Rechenfehler beim Goldwert
Gesamtgewicht statt Feingold
Der häufigste Fehler: Das Gewicht des Schmuckstücks wird direkt mit dem Goldkurs multipliziert. Bei 585er Gold ergibt das einen um rund 70 Prozent zu hohen Wert, denn nur 58,5 Prozent sind Gold.
Feinunze und Gramm verwechselt
Der Goldkurs wird oft je Feinunze angegeben. Eine Feinunze sind 31,1035 Gramm, nicht die im Alltag bekannte Unze mit rund 28 Gramm. Rechnen Sie immer mit dem Preis je Gramm, wie ihn der Rechner verwendet.
Vergoldet für Gold gehalten
Stempel wie GP, GF, Doublé oder 925 bedeuten: kaum oder gar kein Gold. Solche Stücke sollten Sie nicht in den Rechner eingeben. Woran Sie das erkennen, lesen Sie unter Goldstempel erkennen.
Karat in Promille umrechnen
Auf ausländischem Schmuck steht der Feingehalt oft in Karat, zum Beispiel 14K oder 18K. Reines Gold hat 24 Karat. Die Umrechnung lautet: Karat ÷ 24 × 1000.
| Karat | Rechnerisch | Üblicher Stempel | Im Rechner wählen |
|---|---|---|---|
| 8 K | 333,3 | 333 | 333 |
| 9 K | 375 | 375 | 375 |
| 14 K | 583,3 | 585 | 585 |
| 18 K | 750 | 750 | 750 |
| 22 K | 916,7 | 916 | 916 |
| 24 K | 1000 | 999 oder 999,9 | 999 |
Münzen und Barren berechnen
Bei Barren ist die Rechnung einfach: Das aufgeprägte Gewicht ist praktisch vollständig Feingold. Bei Münzen unterscheiden sich Gesamtgewicht und Feingoldgehalt. Ein Krügerrand von 1 Unze wiegt zum Beispiel 33,93 Gramm, enthält aber 31,1 Gramm Feingold, der Rest ist Kupfer. Ein 20-Mark-Stück aus dem Kaiserreich wiegt 7,965 Gramm bei einem Feingehalt von 900.
Für Barren und Anlagemünzen zahlen viele Händler eigene Preise, die vom Altgoldpreis abweichen. Die Werte bekannter Münzen und Barrengrößen finden Sie in den Ratgebern Goldmünzen verkaufen und Goldbarren verkaufen.
Nach dem Rechnen: So geht es weiter
Mit dem Materialwert haben Sie einen Maßstab für jedes Angebot. Wie Sie Ihren Schmuck sortieren, verpacken und verkaufen, erklärt der Ratgeber Altgold verkaufen. Wenn Sie lieber persönlich verkaufen, finden Sie Ankäufer in Ihrer Stadt unter Goldankauf nach Stadt. Fragen zur Steuer beantwortet der Ratgeber Gold verkaufen und Steuern.


