Was Goldschmuck beim Verkauf wert ist
Beim Goldankauf zählt fast immer nur das Metall. Design, Neupreis oder Erinnerungswert spielen keine Rolle, denn der Schmuck wird in der Regel eingeschmolzen. Der Wert hängt deshalb an zwei Zahlen: dem Feingehalt, den der Stempel angibt, und dem Gewicht des Goldes. Aus beiden ergibt sich mit dem Goldkurs der Materialwert. Was ein Ankäufer auszahlt, liegt darunter, weil er Prüfung, Schmelze, Scheidung, Kursrisiko und seine Marge abzieht.
Der Materialwert ist für Sie trotzdem der wichtigste Maßstab. Kennen Sie ihn, können Sie jedes Angebot einordnen, egal ob es per Post, im Laden oder am Telefon kommt. Wie die Rechnung funktioniert, erklärt der Ratgeber Altgold verkaufen ausführlich.
Goldschmuck verkaufen in sieben Schritten
- Sortieren: Legen Sie echten Goldschmuck, vergoldeten Schmuck, Silber und Modeschmuck getrennt.
- Stempel lesen: Suchen Sie die Zahl im Ring, am Verschluss oder an der Öse. Hilfe bietet Goldstempel erkennen.
- Nach Stempel gruppieren: 333, 585 und 750 jeweils in eine eigene Tüte.
- Wiegen: Eine Küchenwaage mit Anzeige in 0,1 oder 1 Gramm reicht für eine erste Einschätzung.
- Materialwert ausrechnen: Mit dem Rechner weiter unten auf dieser Seite.
- Angebote vergleichen: Grammpreise und Nettoauszahlung nach Versand und Gebühren.
- Abrechnung prüfen: Gewicht und Feingehalt je Gruppe mit Ihren eigenen Notizen abgleichen.
Was Ankäufer je Gramm für Goldschmuck zahlen
Die Tabelle zeigt die veröffentlichten Ankaufspreise je Gramm für die drei häufigsten Stempel. Ein Händler, der bei 585 vorn liegt, muss es bei 333 oder 750 nicht ebenso sein. Wenn Sie gemischten Schmuck verkaufen, lohnt sich der Blick auf jede Spalte. Die Einzelheiten zu den Feingehalten finden Sie unter Preis für 333er Gold, Preis für 585er Gold und Preis für 750er Gold.
Goldkette verkaufen: Worauf es ankommt
Ketten sind das Schmuckstück, das am häufigsten verkauft wird. Der Stempel sitzt meist am Verschluss oder auf einem kleinen Plättchen davor. Wurde der Verschluss einmal ersetzt, sagt sein Stempel nichts Sicheres über die Kette. Prüfen Sie in diesem Fall, ob auch an den Gliedern eine Punze zu finden ist.
Beim Gewicht täuschen Ketten leicht. Hohl gearbeitete Ketten wirken kräftig und wiegen wenig, massive Panzer- oder Königsketten bringen schnell ein Vielfaches auf die Waage. Wiegen Sie deshalb immer selbst, statt nach Augenmaß zu schätzen. Anhänger wiegen Sie getrennt, denn sie haben oft einen anderen Stempel als die Kette.
Ring verkaufen: Steine, Stempel und kleine Mengen
Bei Ringen finden Sie den Stempel fast immer auf der Innenseite der Schiene. Steine, Perlen und Fassungen aus anderem Metall zählen beim Goldankauf nicht mit. Der Händler bricht sie aus oder zieht ihr Gewicht ab. Rechnen Sie bei besetzten Ringen deshalb mit weniger Goldgewicht, als die Waage anzeigt.
Ein einzelner Ring ist eine kleine Menge. Feste Kosten für Versand oder Bearbeitung fallen unabhängig vom Gewicht an und können bei einem leichten Ring einen spürbaren Teil der Auszahlung ausmachen. Hier lohnt der Vergleich der Nettoauszahlung besonders. Für Trauringe gibt es einen eigenen Ratgeber: Ehering verkaufen.
Weißgold verkaufen
Weißgold ist eine Goldlegierung, der helle Metalle wie Palladium oder Nickel beigemischt sind. Meist ist es zusätzlich rhodiniert, also mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen. Für den Ankauf zählt nur der Goldanteil im Stempel. 585er Weißgold wird deshalb genauso bewertet wie 585er Gelbgold oder Rotgold, sofern der Händler nicht nach Farbe unterscheidet. Die Rhodiumschicht wird nicht gesondert vergütet.
Weißgold wird leicht mit anderen hellen Metallen verwechselt. Silber trägt meist 925 oder 800, Platin oft 950 zusammen mit „Pt“ oder „Plat“. Diese Metalle haben eigene Preise und gehören nicht in die Tüte mit Ihrem Goldschmuck. Ohne lesbaren Stempel hilft nur eine Prüfung beim Ankäufer.
Armbänder, Ohrringe und Bruchgold
Armbänder verhalten sich wie Ketten: Der Stempel sitzt am Verschluss, das Gewicht reicht von sehr leicht bis schwer. Bei Ohrringen prüfen Sie Stecker und Verschlüsse einzeln, denn sie sind nicht immer aus demselben Gold wie der Schmuck. Kaputter Schmuck, einzelne Ohrringe und Kettenreste werden als Bruchgold nach Gewicht und Feingehalt bezahlt. Sie müssen nichts reparieren oder reinigen.
Vorsicht bei diesen Angaben, sie bedeuten keinen massiven Goldschmuck:
- GP, GF, RGP, HGE: Vergoldet, Gold filled oder walzvergoldet, nur eine dünne Goldschicht.
- Doublé oder Angaben wie „1/20 14K“: Eine Goldauflage auf anderem Metall.
- 925 mit goldener Farbe: Vergoldetes Silber.
Wann Ihr Schmuck mehr wert sein kann als sein Gold
Nicht jedes Stück gehört in den Schmelztiegel. Schmuck bekannter Marken, gut erhaltene antike Stücke und Schmuck mit größeren Edelsteinen können als Schmuckstück mehr bringen als ihr Materialwert. Lassen Sie solche Stücke vorher von einem Juwelier oder einem Auktionshaus einschätzen. Danach können Sie immer noch entscheiden, ob Sie sie als Gold verkaufen. Bei gewöhnlichem, getragenem Schmuck ist der Goldwert dagegen fast immer die richtige Grundlage.
Typische Abzüge erkennen
Zwischen Materialwert und Auszahlung können mehrere Posten liegen. Fragen Sie nach jedem davon:
- Wird jede Feingehaltsgruppe getrennt gewogen und mit ihrem eigenen Grammpreis bezahlt?
- Werden Steine abgezogen, und wie wird ihr Gewicht ermittelt?
- Fallen Kosten für Versand, Prüfung oder Bearbeitung an?
- Gilt der genannte Grammpreis auch für Ihre Menge, oder erst ab einem Mindestgewicht?
- Bekommen Sie eine schriftliche Abrechnung mit Gewicht, Feingehalt und Preis je Gruppe?
Den Materialwert Ihres Schmucks berechnen
Wählen Sie den Stempel und geben Sie das Goldgewicht ohne Steine ein. Der Rechner nutzt den aktuellen Goldkurs. Mehr zum genauen Wiegen lesen Sie im Goldrechner.
Goldschmuck per Post oder vor Ort verkaufen?
Postankäufer veröffentlichen ihre Grammpreise meist online und sind deshalb gut vergleichbar. Sie schicken Ihren Schmuck versichert ein und erhalten nach der Prüfung ein Angebot oder direkt die Auszahlung. Worauf Sie dabei achten, steht unter Goldankauf per Post. Vor Ort sehen Sie, wie Ihr Schmuck geprüft und gewogen wird, und können ein Angebot sofort ablehnen. Das ist vor allem bei Stücken mit Steinen ein Vorteil. Mehr dazu unter Vor Ort oder per Post, Händler in Ihrer Stadt finden Sie unter Goldankauf.
Welcher Ankäufer für Ihren Schmuck nach allen Abzügen am meisten auszahlt, zeigt der Vergleich. Einen Überblick über die Verkaufswege von Post bis Bank gibt der Ratgeber „Wo Gold verkaufen?“.


