Die wichtigsten Goldstempel
In Deutschland wird der Feingehalt meist in Promille angegeben, international oft in Karat. 24 Karat entsprechen reinem Gold. Je höher die Zahl, desto mehr Gold steckt im Stück und desto höher ist der Wert je Gramm.
- 3338 Karat33,3 % GoldGünstiger Schmuck, oft ältere Ringe und Ketten
- 3759 Karat37,5 % GoldSchmuck, häufig aus Großbritannien
- 58514 Karat58,5 % GoldDer Klassiker bei Schmuck in Deutschland
- 75018 Karat75 % GoldHochwertiger Schmuck, Uhren, Eheringe
- 90021,6 Karat90 % GoldHistorische Münzen wie Vreneli oder 20 Mark
- 91622 Karat91,6 % GoldKrügerrand, Sovereign, Schmuck aus Asien
- 99924 Karat99,9 % GoldBarren und Anlagemünzen (Feingold)
Auf Schmuck aus dem Ausland finden Sie auch Angaben wie 14K, 18K oder 18KT. Sie bedeuten dasselbe wie 585 und 750. Oft steht neben dem Feingehalt ein Herstellerzeichen, das über den Wert nichts aussagt.
Was Ihr Stempel heute je Gramm wert ist
Sobald Sie den Stempel kennen, können Sie den Wert ablesen. Die Tabelle zeigt den Materialwert je Gramm für jeden Feingehalt und daneben den höchsten veröffentlichten Ankaufspreis der Händler.
Den Wert Ihres Schmucks rechnen Sie mit Gewicht und Stempel selbst aus, zum Beispiel mit dem Goldrechner. Hintergründe zu den Preisen stehen im Ratgeber Goldpreis pro Gramm.
Aktuelle Angebote für 333er Gold
333er Gold ist echtes Gold, enthält aber nur ein Drittel Feingold. Gerade bei diesem Stempel unterscheiden sich die Auszahlungen der Händler spürbar. So sieht es für ein Beispiel mit aktuellen Daten aus:
Wo Sie den Stempel finden
Der Stempel ist meist sehr klein und kann durch Tragen abgerieben sein. Nehmen Sie eine Lupe oder die Vergrößerung Ihres Smartphones zu Hilfe und suchen Sie bei gutem Licht.
- Ringe: Auf der Innenseite der Ringschiene, oft neben einer Gravur.
- Ketten und Armbänder: Am Verschluss, an der Öse oder an einem kleinen Plättchen kurz davor.
- Ohrringe: Am Stecker, am Bügel oder auf der Rückseite.
- Anhänger: An der Öse oder auf der Rückseite.
- Uhren: Auf der Innenseite des Gehäusedeckels und auf den Gliedern oder der Schließe des Armbands.
Bei einer Goldkette ist oft nur der Verschluss gestempelt. Das gilt in aller Regel für die ganze Kette, wenn sie einheitlich gearbeitet ist. Ist der Verschluss offensichtlich ersetzt worden, sagt sein Stempel wenig über den Rest.
Karat oder Promille: Die Umrechnung
Die Karatangabe teilt reines Gold in 24 Teile. 18 Karat heißt 18 von 24 Teilen, also 750 Promille. Die Formel lautet: Karat ÷ 24 × 1000. Einzige Besonderheit ist 14 Karat: Rechnerisch wären das 583,3 Promille, gestempelt wird aber 585. Wer den Preis für 14-karätiges Gold sucht, schaut also auf den Preis für 585er Gold.
Ältere und ausländische Stempel
- 583: Findet sich auf Schmuck aus der Sowjetunion und anderen osteuropäischen Ländern. Der Goldanteil entspricht praktisch 14 Karat.
- 375 und 9K: Häufig auf Schmuck aus Großbritannien.
- 916 und 22K: Typisch für Schmuck aus Asien und für Münzen wie Krügerrand oder Sovereign.
- 999, 999,9 und 24K: Feingold, meist bei Barren und Anlagemünzen.
Weißgold, Rotgold, Gelbgold: Die Farbe sagt nichts über den Wert
Gold wird für Schmuck fast immer mit anderen Metallen legiert. Welche Metalle beigemischt sind, bestimmt die Farbe. Der Goldanteil steht trotzdem allein im Stempel.
- Gelbgold enthält neben Gold meist Silber und Kupfer.
- Rotgold und Roségold haben einen höheren Kupferanteil und wirken dadurch rötlich.
- Weißgold ist Gold, das mit Palladium, Silber oder Nickel legiert wurde. Es wird oft zusätzlich rhodiniert, also mit einer dünnen Rhodiumschicht überzogen, damit es heller glänzt.
Für den Verkauf heißt das: Ein Weißgoldring mit 585 enthält genauso viel Gold wie ein Gelbgoldring mit 585 und demselben Gewicht. Wenn Sie Weißgold verkaufen möchten, verwechseln Sie es nicht mit Silber oder Platin. Silber trägt Stempel wie 925, Platin meist 950 zusammen mit „Pt“ oder „Plat“.
Diese Zeichen bedeuten: kaum Gold
- GPAuch HGE oder „vergoldet“: eine hauchdünne Goldschicht auf unedlem Metall.
- GFAuch RG, Doublé oder 1/20 14K: eine dickere, aufgewalzte Goldschicht, trotzdem nur wenig Gold.
- 925Ein Silberstempel, ebenso 800. Auch vergoldetes Silber trägt ihn.
- 950Mit „Pt“ oder „Plat“ steht er für Platin, nicht für Gold.
Achten Sie auf Kombinationen. „1/20 14K“ sieht nach 14 Karat aus, bedeutet aber, dass nur ein Zwanzigstel des Gewichts aus 14-karätigem Gold besteht. Solche Stücke gehören nicht zum Altgold.
Schmuck ohne Stempel
Fehlt der Stempel, ist das kein Grund zur Sorge. Alter, handgefertigter oder umgearbeiteter Schmuck ist häufig ungestempelt, und Zahngold trägt in der Regel keinen Stempel. Legen Sie solche Stücke getrennt und kennzeichnen Sie sie als „ohne Stempel“. Der Ankäufer bestimmt dann den Feingehalt. Fragen Sie vorher, wie er das macht und ob Ihnen das Ergebnis mitgeteilt wird.
So prüfen Ankäufer den Feingehalt
Strichprobe
Das Gold wird über einen dunklen Prüfstein gestrichen. Auf den Strich kommen Prüfsäuren für verschiedene Feingehalte. Je nachdem, welche Säure den Strich auflöst, lässt sich der Goldanteil eingrenzen. Die Methode ist schnell und günstig, hinterlässt am Stück aber eine winzige Abriebstelle.
Röntgenfluoreszenzanalyse
Ein Messgerät bestrahlt das Stück und wertet die zurückgesandte Strahlung aus. So wird die Zusammensetzung der Oberfläche ohne Beschädigung bestimmt. Bei vergoldeten oder beschichteten Stücken misst das Gerät allerdings vor allem die Schicht, deshalb wird bei Zweifeln zusätzlich angeschliffen oder anders geprüft.
Schmelze und Analyse
Beim Einschmelzen mit anschließender Analyse ergibt sich der genaueste Wert. Das ist bei Zahngold und gemischtem Bruchgold üblich. Danach ist das Stück allerdings nicht mehr vorhanden, eine Rücksendung im Originalzustand ist dann nicht möglich.
Nach dem Stempel: Der nächste Schritt
Wenn Sie Ihren Schmuck sortiert und gewogen haben, kennen Sie den Materialwert. Wie Sie das höchste Angebot finden, erklärt der Ratgeber Altgold verkaufen. Die Angebote für Ihre konkrete Ware sehen Sie im Vergleich.

