Vor Ort und per Post im Überblick
| Vor Ort | Per Post | |
|---|---|---|
| Preise vorab sichtbar | selten online | meist auf der Website |
| Gold bleibt in Sichtweite | ja | nein, versicherter Versand |
| Beim Wiegen dabei | ja | nein, Abrechnung schriftlich |
| Auszahlung | oft sofort, bar oder Überweisung | einige Werktage nach Eingang |
| Aufwand | Weg zum Laden, ggf. mehrere | Verpacken und Versand |
| Angebote vergleichen | mehrere Läden besuchen | online in wenigen Minuten |
| Persönliche Beratung | ja | telefonisch oder per E-Mail |
Kurz gesagt: Vor Ort gewinnen Sie Nähe und Kontrolle, per Post gewinnen Sie Übersicht über die Preise. Am besten kombinieren Sie beides, indem Sie die veröffentlichten Preise kennen, bevor Sie einen Laden betreten.
Aktuelle Ankaufspreise je Gramm als Maßstab
Bevor Sie losgehen, schauen Sie, was die Händler mit veröffentlichten Preisen gerade je Gramm zahlen. Ein Angebot vor Ort lässt sich daran direkt messen, egal ob beim Goldhändler in der Nähe, beim Juwelier oder im Ankaufsgeschäft.
Den Stempel Ihres Schmucks finden Sie meist an der Innenseite von Ringen oder am Verschluss von Ketten. Was die Zahlen bedeuten, erklärt der Ratgeber Goldstempel erkennen.
Wer kauft Gold vor Ort an?
Wenn Sie Gold in der Nähe verkaufen möchten, haben Sie mehrere Anlaufstellen. Sie unterscheiden sich darin, was sie ankaufen und wie sie Preise bilden.
| Anlaufstelle | Kauft typischerweise | Besonderheit |
|---|---|---|
| Goldankauf-Geschäft | Altgold, Schmuck, Münzen, Barren | Spezialisiert, oft Preisaushang im Laden |
| Goldhändler/Edelmetallhandel | vor allem Münzen und Barren | Preise nah am Kurs, meist auch online veröffentlicht |
| Juwelier | Schmuck, Altgold, teils Uhren | Beratung zu Steinen und Markenstücken, oft Verrechnung mit Neukauf |
| Pfandhaus | Kredit gegen Pfand, teils auch Ankauf | Gold bleibt Ihres, wenn Sie es auslösen |
| Bank oder Sparkasse | meist nur Münzen und Barren | Schmuck kaufen sie in der Regel nicht an |
Goldankauf-Geschäfte und Goldhändler
Spezialisierte Ankaufsgeschäfte kaufen alles an, was Gold enthält: Ketten, Ringe, Bruchgold, Münzen, Barren. Edelmetallhändler konzentrieren sich eher auf Anlagegold. Fragen Sie in beiden Fällen nach dem Preis je Gramm für jeden Feingehalt.
Juwelier mit Goldankauf
Ein Juwelier kann einschätzen, ob ein Stück mehr wert ist als sein Gold, etwa wegen Steinen, Marke oder Alter. Das ist beim Schmuckankauf in der Nähe ein echter Vorteil. Bietet der Juwelier eine Verrechnung mit neuem Schmuck an, fragen Sie, ob der Preis je Gramm bei Auszahlung derselbe ist.
Pfandhaus: Gold beleihen statt verkaufen
Im Pfandhaus erhalten Sie einen Kredit gegen Ihr Gold als Pfand. Zahlen Sie den Betrag mit Zinsen und Gebühren fristgerecht zurück, bekommen Sie Ihr Stück wieder. Das ist sinnvoll, wenn Sie ein Erbstück nur vorübergehend zu Geld machen möchten. Wenn Sie sich endgültig trennen wollen, ist ein Verkauf meist der direktere Weg.
Bank und Sparkasse
Banken kaufen in der Regel nur Münzen und Barren an, Schmuck selten. Mehr dazu unter Gold bei der Bank verkaufen.
Goldankauf in der Nähe finden
Goldankäufer in Ihrer Nähe, mit Entfernung und, wo veröffentlicht, mit Preisen, finden Sie über die Suche nach Postleitzahl. Für größere Städte gibt es außerdem die Übersicht Goldankauf nach Stadt. Planen Sie, wenn möglich, zwei Läden ein. Ein zweites Angebot kostet Sie nur einen kurzen Weg und gibt Ihnen ein Gefühl für den Markt vor Ort.
Checkliste für den Termin
- Ausweis mitnehmen, bei Barzahlung ab 2.000 Euro ist die Identifizierung Pflicht.
- Gold vorher nach Stempel sortieren und zu Hause wiegen.
- Die aktuellen Preise je Gramm aus der Tabelle oben notieren oder auf dem Handy bereithalten.
- Beim Wiegen zusehen und das Gewicht je Position nennen lassen.
- Nach dem Preis je Gramm für jeden Feingehalt fragen, nicht nur nach einer Gesamtsumme.
- Angebot schriftlich geben lassen und bei Bedarf einen zweiten Laden fragen.
So prüfen Sie ein Angebot im Laden
Ein faires Angebot lässt sich in drei Schritten nachrechnen. Sie brauchen dafür nur das Gewicht, den Stempel und einen Taschenrechner.
- Notieren Sie das Gewicht jeder Position, getrennt nach Stempel.
- Teilen Sie den angebotenen Betrag je Position durch das Gewicht. Das ergibt den Preis je Gramm.
- Vergleichen Sie diesen Wert mit dem höchsten veröffentlichten Preis für denselben Stempel.
Liegt das Angebot deutlich darunter, fragen Sie nach dem Grund. Mögliche Erklärungen sind ein abweichender Feingehalt nach der Prüfung, nicht vergütete Steine oder Federn in Verschlüssen. Eine gute Erklärung lässt sich nachvollziehen.
Was ein Postankäufer gerade zahlen würde
Als zweiter Maßstab hilft ein konkretes Beispiel. So sähen die aktuellen Angebote per Post für eine typische Menge Altgold aus, nach Abzug von Versand und Gebühren:
Vorsicht bei mobilen Ankaufsaktionen
Ankaufstage in Hotels, Haustürbesuche oder Stände, die nur wenige Tage in der Stadt sind, arbeiten oft mit Zeitdruck und ohne veröffentlichte Preise. Ein fester Laden mit Adresse ist leichter zu prüfen und später erreichbar. Lassen Sie niemanden zum Bewerten in Ihre Wohnung, den Sie nicht selbst eingeladen haben.
Wann vor Ort, wann per Post?
Vor Ort passt, wenn Sie
- Ihr Gold nicht aus der Hand geben möchten,
- beim Wiegen und Prüfen dabei sein wollen,
- besondere Stücke von einer Fachperson ansehen lassen möchten,
- einen seriösen Ankäufer in erreichbarer Nähe haben.
Per Post passt, wenn Sie
- Preise vorab in Ruhe vergleichen möchten,
- keinen passenden Laden in der Nähe haben,
- keine Eile mit der Auszahlung haben.
Wie der Versand an einen Postankäufer abläuft und worauf Sie achten sollten, lesen Sie unter Goldankauf per Post. Allgemeine Tipps zum Verkauf von Schmuck und Bruchgold finden Sie unter Altgold verkaufen.

