Die Warnzeichen im Überblick
- Druck, sofort zu entscheiden„Nur heute“, „der Kurs fällt gleich“: Wer drängt, will nicht, dass Sie vergleichen. Ein ehrliches Angebot gilt auch noch morgen, und der Goldpreis ändert sich nicht so schnell, dass Sie in Minuten entscheiden müssten.
- Besuch an der HaustürDie Verbraucherzentrale rät deutlich, unbekannte Goldankäufer nicht in die Wohnung zu lassen und mit ihnen keine Verträge zu schließen. Fragen wie „Haben Sie noch andere Wertsachen?“ können dazu dienen, die Wohnung für einen späteren Einbruch auszuspähen.
- Ankaufsaktionen auf ZeitAnkaufstage in Hotels, Gaststätten oder an Ständen, die nur wenige Tage am Ort sind, nennen selten vorher feste Preise. Gibt es später Fragen, ist der Händler schwer zu erreichen. Ein Geschäft mit fester Adresse oder ein Ankäufer mit veröffentlichten Preisen ist die sicherere Wahl.
- Kein vollständiges ImpressumSeriöse Ankäufer nennen Firma, Anschrift, Vertretungsberechtigte und Kontaktdaten. Fehlt das oder steht dort nur ein Postfach, lassen Sie die Finger davon.
- Keine Preise oder auffällig hohe PreiseWer seine Ankaufspreise je Gramm nicht veröffentlicht, ist schwer zu vergleichen. Umgekehrt können auffällig hohe Preise ein Lockangebot sein, das später durch hohe Abzüge für Prüfung, Schmelzen oder Bearbeitung wieder verschwindet. Entscheidend ist, was am Ende ausgezahlt wird.
- Unklare AbrechnungAuf der Abrechnung sollten Gewicht, Feingehalt, Preis je Gramm und jeder Abzug stehen. Nur so können Sie das Angebot nachrechnen. Steht dort nur eine Endsumme, fragen Sie nach.
- Versicherung und Rücksendung bleiben vageBeim Verkauf per Post muss klar sein, bis zu welchem Wert die Sendung versichert ist und ob Sie Ihr Gold bei Ablehnung kostenlos und versichert zurückbekommen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass normale Pakete oft nur bis etwa 500 Euro versichert sind.
- Nach dem Versand ist das Gold plötzlich „gefälscht“Eine bekannte Masche: Der Händler erklärt echtes Gold für unecht, macht ein sehr niedriges Angebot oder schickt ein anderes Stück zurück. Andere melden sich nach dem Versand gar nicht mehr. Fotos und Gewicht vor dem Versand sind Ihr bester Schutz.
- Angebot weit unter dem MaterialwertLaut Verbraucherzentrale sind Abschläge von 8 bis 15 Prozent auf den Materialwert üblich. Liegt ein Angebot um die Hälfte darunter, gehen Sie besser woanders hin. Den Materialwert Ihres Goldes rechnen Sie mit dem Goldrechner in einer Minute selbst aus.
- Eigene Siegel statt FaktenSiegel und Zertifikate sehen vertrauenswürdig aus, ersetzen aber keine Prüfung. Auch ein Verbandssiegel ist kein staatliches Prüfzeichen. Verlassen Sie sich lieber auf veröffentlichte Preise, eine nachvollziehbare Abrechnung und Erfahrungen anderer Kundinnen und Kunden.
So schützen Sie sich
- Jedes Stück fotografieren und wiegen, bevor Sie es aus der Hand geben.
- Impressum, veröffentlichte Preise je Gramm und Bewertungen ansehen.
- Vorher klären: Versicherungssumme, Abzüge, Frist für Ihre Entscheidung und kostenlose Rücksendung.
- Per Post nur versichert verschicken und die Sendungsnummer aufheben.
- Vor Ort beim Prüfen und Wiegen dabei bleiben und das Ergebnis notieren.
- Eine Vertrauensperson mitnehmen und nichts unter Zeitdruck unterschreiben.
Mehr zum sicheren Versand steht im Ratgeber Goldankauf per Post, zum Verkauf im Laden unter Goldankauf vor Ort. Was Ankäufer per Post heute zahlen, sehen Sie unter Goldankauf im Vergleich.
Wenn es schon passiert ist
- Angebot nicht annehmen: Sie müssen ein niedriges Gegenangebot nicht akzeptieren. Wie Sie es prüfen und Ihr Gold zurückholen, lesen Sie unter Gegenangebot erhalten.
- Alles aufheben: Fotos, Gewicht, Sendungsnummer, E-Mails, Abrechnung und die AGB zum Zeitpunkt des Verkaufs.
- Schriftlich nachfragen: Fordern Sie Prüfergebnis und Rücksendung per E-Mail oder Brief an und setzen Sie eine Frist.
- Hilfe holen: Beratung gibt es bei der Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland, bei Verdacht auf Betrug wenden Sie sich an die Polizei.
Quellen: Verbraucherzentrale, Ratgeber zum Verkauf von Altgold, Stand 29. Januar 2026 (verbraucherzentrale.de); Leipziger Internet Zeitung, „Seriöser Briefgoldankauf: Worauf Verbraucher unbedingt achten sollten“, Januar 2026 (l-iz.de).
