Schritt 1: Die Abrechnung genau lesen
Eine ordentliche Abrechnung nennt für jedes Stück oder jede Gruppe:
- das gewogene Gewicht in Gramm,
- den festgestellten Feingehalt, zum Beispiel 585 oder 750,
- den Preis je Gramm und den Tag, für den er gilt,
- jeden Abzug, etwa für Prüfung, Schmelzen, Versand oder Bearbeitung.
Fehlt eine dieser Angaben, bitten Sie schriftlich darum, bevor Sie entscheiden. Ohne sie lässt sich das Angebot nicht prüfen.
Schritt 2: Mit Ihren eigenen Angaben vergleichen
Weniger Gramm als zu Hause gewogen?
Das ist häufig und nicht immer verdächtig. Ankäufer wiegen nur das Gold. Steine, Perlen, Federn in Verschlüssen, Uhrwerke oder Teile aus Edelstahl werden entfernt oder abgezogen. Auch Küchenwaagen weichen um einige Gramm ab. Große Unterschiede bei reinen Goldstücken ohne Steine sollten Sie dagegen erklären lassen.
Niedrigerer Feingehalt?
Manchmal ist ein Stück nicht so fein, wie der Stempel vermuten lässt, oder einzelne Teile sind nur vergoldet. Fragen Sie, wie geprüft wurde, zum Beispiel mit einem Röntgenfluoreszenzgerät, und lassen Sie sich das Ergebnis je Stück nennen. Wie Stempel zu lesen sind, steht im Ratgeber Goldstempel erkennen.
Anderer Preis je Gramm?
Prüfen Sie, für welchen Tag der Preis gilt. Viele Ankäufer rechnen mit dem Kurs bei Wareneingang, nicht mit dem Kurs am Tag Ihrer Anfrage. Ist der Goldpreis in der Zwischenzeit gefallen, sinkt auch das Angebot.
Schritt 3: Selbst nachrechnen
Der Materialwert ist Gewicht mal Feingehalt mal Goldkurs. Mit dem Gewicht und dem Feingehalt aus der Abrechnung rechnet der Goldrechner ihn für Sie aus. Laut Verbraucherzentrale sind Abschläge von 8 bis 15 Prozent auf den Materialwert üblich, bei kleinen Mengen und durch Versandkosten kann es etwas mehr sein. Liegt das Angebot weit darunter, stimmt etwas nicht.
Prüfen Sie außerdem, was andere zahlen: Geben Sie Gewicht und Feingehalt aus der Abrechnung im Vergleich ein. So sehen Sie, ob ein anderer Ankäufer für genau diese Menge mehr auszahlt.
Schritt 4: Entscheiden
- Annehmen: wenn die Abrechnung nachvollziehbar ist und das Angebot zu Ihrer Rechnung passt.
- Nachverhandeln: freundlich und mit Zahlen, etwa mit dem veröffentlichten Preis je Gramm und einem höheren Angebot eines anderen Ankäufers.
- Ablehnen: schriftlich, per E-Mail oder über das Kundenkonto, und ausdrücklich die Rücksendung Ihres Goldes verlangen.
Schritt 5: Rücksendung sauber abwickeln
- Ablehnung und Rücksendewunsch schriftlich schicken und das Datum notieren.
- Nachfragen, ob die Rücksendung versichert ist und was sie kostet.
- Sendungsnummer der Rücksendung geben lassen.
- Beim Auspacken filmen oder fotografieren und mit Ihren Fotos von vorher vergleichen.
- Jedes Stück nachwiegen. Fehlt etwas, sofort schriftlich reklamieren.
Wichtig vor dem nächsten Versand: Klären Sie, ob Ihr Gold zur Prüfung eingeschmolzen werden darf. Ein eingeschmolzenes Stück kommt nicht im Originalzustand zurück. Woran Sie Ankäufer erkennen, bei denen Sie vorsichtig sein sollten, lesen Sie unter Unseriöse Goldankäufer erkennen.
Vorbeugen: So kommt es seltener zum Gegenangebot
- Stücke vorher wiegen, Steine und Fremdteile beim Gewicht abziehen und alles fotografieren.
- Stempel genau ablesen, im Zweifel die niedrigere Angabe wählen.
- Vor dem Versand Bedingungen zu Frist, Rücksendung und Einschmelzen lesen.
- Einen Ankäufer mit veröffentlichten Preisen wählen. Im Vergleich sehen Sie, was nach Versand und Gebühren bei Ihnen ankommt.
Quelle für die üblichen Abschläge: Verbraucherzentrale, Ratgeber zum Verkauf von Altgold, Stand 29. Januar 2026 (verbraucherzentrale.de).
