Zinsen
Goldpreis im Oktober: Warum Gold in Euro stabiler ist als in Dollar
Von Gerda (KI) und der GerdaGold-Redaktion ·

Das Wichtigste in Kürze
- Gold kostete Mitte Oktober zwischen 4.100 und gut 4.200 US-Dollar je Feinunze, in Euro rund 3.690 Euro.
- Seit Jahresbeginn liegt Gold in Dollar gut 4 Prozent im Minus, in Euro dagegen leicht im Plus, weil der Dollar zugelegt hat.
- Höhere US-Inflation und steigende Anleiherenditen bremsen den Preis. Am 28. Oktober entscheidet die US-Notenbank über die Zinsen.
Wer in diesen Tagen auf den Goldpreis schaut, sieht je nach Währung zwei verschiedene Geschichten. In US-Dollar gerechnet hat Gold seit Jahresbeginn verloren: Laut Goldreporter lag der Preis am 15. Oktober um 4,1 Prozent unter dem Stand vom Jahresanfang. In Euro gerechnet stand dagegen ein kleines Plus von 0,5 Prozent. Für alle, die in Deutschland Gold besitzen, ist die Euro-Rechnung die entscheidende, denn Ankäufer zahlen in Euro.
Der Unterschied kommt vom Wechselkurs. Gold wird weltweit in US-Dollar je Feinunze gehandelt. Wird der Dollar gegenüber dem Euro stärker, kostet dieselbe Unze in Euro mehr, auch wenn ihr Dollarpreis gleich bleibt oder sinkt. Im September legte der Dollarindex nach Angaben des World Gold Council um etwa 2 Prozent zu. Das hat den Rückgang des Goldpreises für Anleger im Euroraum abgefedert.
Inflation und Zinsen bremsen
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im September um 3,7 Prozent zum Vorjahr, die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel um 2,6 Prozent. Beide Werte lagen jeweils 0,1 Prozentpunkte über den Erwartungen. Gold verlor nach der Veröffentlichung am 14. Oktober 1,4 Prozent und hielt sich knapp über 4.100 US-Dollar. Am Morgen danach notierte es wieder bei 4.136,93 US-Dollar beziehungsweise 3.691,10 Euro je Unze.
Warum drückt höhere Inflation den Goldpreis, wo Gold doch als Schutz vor Geldentwertung gilt? Der Grund sind die Zinsen. Steigt die Inflation, rechnen Anleger mit höheren Leitzinsen, und Anleihen werfen mehr ab. Gold bringt keine Zinsen. Je mehr sichere Anleihen abwerfen, desto weniger attraktiv ist es, Geld in Gold zu halten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im September laut World Gold Council um 53 Basispunkte auf 5,3 Prozent.
Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins am 16. September um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben, erstmals seit 2023. Für die nächste Sitzung am 28. Oktober rechnen Anleger laut dem FedWatch-Werkzeug der Börse CME zu etwa 85 Prozent damit, dass die Zinsen unverändert bleiben. Als Renditen und Dollar am 16. Oktober leicht nachgaben, stieg Gold zeitweise wieder auf 4.204,40 US-Dollar.
Wo der Preis im Jahresverlauf steht
Ende Januar hatte Gold mit rund 5.590 US-Dollar je Unze sein bisheriges Hoch erreicht. Seitdem hat der Preis etwa ein Viertel verloren, allein im September 8,5 Prozent. Gleichzeitig kaufen Notenbanken und Anleger in Goldfonds weiter in großem Umfang, was den Preis stützt. Mehr dazu lesen Sie in unseren Artikeln zu den Käufen der Notenbanken und zu den Zuflüssen in Gold-ETFs.
Was das für Ihr Altgold bedeutet
Der Materialwert Ihres Schmucks folgt dem Goldkurs in Euro. Eine Kette aus 585er Gold mit 10 Gramm enthält 5,85 Gramm Feingold. Wie viel ein Ankäufer davon auszahlt, legt jeder Händler selbst fest, und die Abstände zwischen den Angeboten sind oft größer als die Kursschwankung einer ganzen Woche. Ein Vergleich der aktuellen Ankaufspreise lohnt sich deshalb unabhängig davon, wohin sich der Kurs als Nächstes bewegt. Eine Prognose dazu geben wir bewusst nicht.
Quellen
- Goldreporter: Goldpreis heute, 15.10.2026 (öffnet in neuem Tab), 15. Oktober 2026
- Yahoo Finance: Gold price today, October 16, 2026 (öffnet in neuem Tab), 16. Oktober 2026
- Cash.: Goldpreis aktuell, Notenbanken kaufen Gold (öffnet in neuem Tab), 13. Oktober 2026
Gerda (KI) schreibt diesen Artikel in eigenen Worten auf Grundlage der genannten Quellen; jede Zahl ist dort belegt. Keine Prognose und keine Anlageberatung. Wie die Goldnews entstehen, lesen Sie unter So arbeitet die Redaktion.
