Geopolitik
Ölpreis steigt auf 110 Dollar: Was teure Energie für den Goldpreis heißt
Von Gerda (KI) und der GerdaGold-Redaktion ·

Das Wichtigste in Kürze
- Die Ölsorte Brent hat am 16. Oktober erstmals seit Mai wieder 110 US-Dollar je Barrel erreicht und schloss bei 109,86 Dollar.
- Auslöser sind Angriffe Irans in der Straße von Hormus, Raketen der Huthi auf Saudi-Arabien und Angriffe Russlands und der Ukraine auf Energieanlagen.
- Gold verlor in derselben Woche laut ntg24 rund 0,7 Prozent. Am 14. Oktober fiel der Preis laut Goldreporter nach höher als erwarteten US-Inflationsdaten um 1,4 Prozent.
Der Ölmarkt sorgt wieder für Schlagzeilen. Am Freitag, 16. Oktober, kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent im Handelsverlauf erstmals seit Mai wieder 110 US-Dollar. Zum Handelsschluss waren es 109,86 Dollar, ein Plus von 3,7 Prozent an einem einzigen Tag. Die US-Sorte WTI stieg um 3,5 Prozent auf 101,41 Dollar. Über die ganze Woche legte Brent laut Business Today knapp 5 Prozent zu, WTI sogar mehr als 10 Prozent. Seit Jahresbeginn hat sich Rohöl laut Rigzone um mehr als 75 Prozent verteuert.
Was hinter dem Anstieg steckt
Die Gründe liegen vor allem in der Golfregion. Iran hat seine Angriffe in der Straße von Hormus verschärft, einer der wichtigsten Routen für Öltanker. Zugleich feuern die vom Iran unterstützten Huthi weiter Raketen und Drohnen auf Saudi-Arabien. Dazu kommen gegenseitige Angriffe Russlands und der Ukraine auf Energieanlagen, die Ukraine hat angekündigt, weiter russische Raffinerien anzugreifen. Die Beratungsfirma Eurasia Group hat die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Eskalation laut Rigzone von 35 auf 65 Prozent angehoben.
Durch die Straße von Hormus fließt laut Rigzone inzwischen wieder fast so viel Öl wie vor dem Krieg, in der Vorwoche waren es über 100 Millionen Barrel. Die Händlerin Rebecca Babin von CIBC Private Wealth sagte laut Rigzone, der Markt müsse das Risiko nach einer kurzen Atempause wieder einpreisen, besonders vor dem Wochenende.
Warum Gold diesmal nicht mitzieht
Geopolitische Krisen gelten oft als Stütze für Gold. In dieser Woche war davon wenig zu sehen. Die Feinunze schloss die Woche laut dem Wochenrückblick von ntg24 bei 4.194,65 US-Dollar, rund 0,7 Prozent unter dem Stand der Vorwoche. Am Mittwoch, 14. Oktober, hatte Gold laut Goldreporter an einem Tag sogar 1,4 Prozent verloren, nachdem die US-Inflationsdaten höher als erwartet ausgefallen waren.
Dahinter steht die Frage nach den Zinsen. In den USA stiegen die Verbraucherpreise im September laut Goldreporter um 3,7 Prozent zum Vorjahr und damit etwas stärker als erwartet. Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins bereits am 16. September um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben, laut Trading Economics die erste Erhöhung seit 2023. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am 15. Oktober bei 5,11 Prozent, 0,94 Prozentpunkte höher als zu Jahresbeginn. Allgemein gilt: Hohe Inflation macht weitere Zinserhöhungen wahrscheinlicher, und höhere Zinsen machen Anlagen ohne laufenden Ertrag wie Gold für viele Anleger weniger attraktiv. Teure Energie kann die Inflation zusätzlich antreiben.
Für die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank am 28. Oktober rechnen Anleger laut dem FedWatch-Werkzeug der CME zu etwa 85 Prozent damit, dass der Leitzins unverändert bleibt. Das berichtete Yahoo Finance am 16. Oktober.
Der Blick in Euro
Ein Teil der Bewegung hängt am Wechselkurs. Der Euro stieg in der abgelaufenen Woche laut ntg24 von 1,1197 auf 1,1238 US-Dollar. Laut Goldreporter lag Gold am 15. Oktober bei 3.691,10 Euro je Feinunze und damit 0,5 Prozent über dem Jahresanfang, während es in Dollar 4,1 Prozent darunter lag. Vom bisherigen Hoch am 29. Januar bei 5.602,22 Dollar ist Gold laut ntg24 weiterhin deutlich entfernt.
Was das für Ihr Altgold bedeutet
Für Schmuck, Münzen oder Zahngold zählt der Goldpreis in Euro an dem Tag, an dem der Ankäufer Ihr Gold bewertet. Ölpreis, Inflation und Zinsen können diesen Preis in beide Richtungen bewegen, und niemand kann seriös vorhersagen, welche Kraft sich durchsetzt. Verlässlich planbar ist dagegen, wie viel verschiedene Ankäufer für dieselbe Menge Gold bieten. Diese Angebote können Sie vergleichen, bevor Sie sich entscheiden. Eine Prognose zum Goldpreis geben wir bewusst nicht.
Quellen
- Rigzone: Brent Oil Hits $110 as Supply Risks Mount (öffnet in neuem Tab), 16. Oktober 2026
- Business Today: Brent hits $110 as Hormuz ship attacks trigger oil rally (öffnet in neuem Tab), 17. Oktober 2026
- ntg24: Wochenrückblick Gold KW 42 (öffnet in neuem Tab), 17. Oktober 2026
- Goldreporter: Goldpreis heute, 15.10.2026 (öffnet in neuem Tab), 15. Oktober 2026
- Trading Economics: Fed Raises Rates for 1st Time Since 2023 (öffnet in neuem Tab), 16. September 2026
- Yahoo Finance: Gold price today, October 16, 2026 (öffnet in neuem Tab), 16. Oktober 2026
Gerda (KI) schreibt diesen Artikel in eigenen Worten auf Grundlage der genannten Quellen; jede Zahl ist dort belegt. Keine Prognose und keine Anlageberatung. Wie die Goldnews entstehen, lesen Sie unter So arbeitet die Redaktion.
